Gruppentherapie in der Verhaltenstherapie
in Kirchheim unter Teck
Viele Menschen mit psychischen Belastungen erleben das Gefühl, mit ihren Problemen isoliert oder allein zu sein. Die verhaltenstherapeutische Gruppentherapie bietet einen sicheren, geschützten Rahmen, um im Austausch mit anderen neue Wege aus der Krise zu finden, verhaltenstherapeutische Methoden zu erproben und gegenseitig voneinander zu profitieren.

Was bedeutet eine verhaltenstherapeutische Gruppe?
In der Verhaltenstherapie gehen wir davon aus, dass Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster im Laufe des Lebens erlernt wurden und dass belastende Muster auch wieder verändert werden können.
Die Gruppe bietet hierfür ein gute Möglichkeit zur Veränderung. Sie können konkrete Werkzeuge für den Alltag erlernen und können neue Verhaltensweisen (wie Abgrenzung, das Ausdrücken von Bedürfnissen oder den Umgang mit Ängsten) erproben.
Wann ist Gruppentherapie geeignet?
Die Wirksamkeit von Gruppentherapie ist wie bei der Einzeltherapie wissenschaftlich belegt und bietet bei vielen Problembereichen sogar einzigartige Vorteile:
- Angststörungen & Soziale Phobie: Ängste in sozialen Situationen abbauen und Unsicherheiten schrittweise überwinden.
- Depressionen: Antrieb steigern, wertorientierte Aktivitäten aufbauen und negative Gedankenschleifen durchbrechen.
- Selbstwertprobleme & Abgrenzung: Soziale Kompetenzen stärken und lernen, eigene Bedürfnisse klar zu kommunizieren.
- Umgang mit Gefühlen & Emotionsregulation: Gefühle wie Wut, Trauer, Scham oder Überforderung besser verstehen, akzeptieren und gesunde Bewältigungsstrategien für den Alltag entwickeln.
- Burnout & Anpassungsstörungen: Austausch mit Personen, die etwas Ähnliches erlebt haben, und Erlernen neuer Bewältigungsstrategien.
Mögliche Gruppenangebote in meiner Praxis
1. Anliegenoffene Psychotherapiegruppe
Diese Gruppe richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Belastungen und Herausforderungen – unabhängig von der konkreten Erkrankung. Der Fokus liegt auf dem gemeinsamen Erarbeiten verhaltenstherapeutischer Lösungsstrategien, dem Austausch auf Augenhöhe und dem Aufbau von Ressourcen im Alltag. Typische Themen können hierbei Umbrüche im Leben, der Umgang mit Stress, aber auch die konkrete Verbesserung von Symptomen wie beispielsweise Grübeln oder Ängsten sein.
2. Selbstwertgruppe & soziale Kompetenzen
Diese Gruppe richtet sich an die Bearbeitung eines konkreten Problembereichs, der unabhängig von der psychischen Erkrankung häufig vorkommt. Konkret soll der Fokus hierbei auf der Stabilisierung und dem Aufbau des Selbstwerts liegen. Typische Themen in dieser Gruppe sind beispielsweise, den „inneren Kritiker“ zu besänftigen, das Selbstmitgefühl zu stärken, Ängste vor Kritik oder Lob zu reduzieren und klarere Grenzen setzen zu können.
3. Gruppe für emotionale Kompetenzen
Emotionen können überfordernd sein, weswegen die Entwicklung von emotionalen Kompetenzen bei vielen psychischen Erkrankungen (beispielsweise Persönlichkeitsstörungen, Depressionen oder Zwangsstörungen) eine wichtige Rolle spielt. In dieser Gruppe sollen konkrete Kompetenzen zur Emotionswahrnehmung und Emotionsregulation erlernt werden.
Ablauf der Gruppentherapie
Psychotherapeutische Sprechstunde (50 Min.):
Im ersten persönlichen Gespräch lernen wir uns kennen. Wir klären Ihre Beschwerden, Ihre Erwartungen und prüfen, ob eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie (oder eine reine Gruppentherapie) für Sie die passende Behandlungsform ist.
Probatorische Sitzungen (Durchführung in Einzelgesprächen, zwei bis vier Sitzungen):
Vor dem Start in die Gruppe finden Einzelgespräche statt. Hier erarbeiten wir Ihr persönliches Erklärungsmodell für die psychische Erkrankung, besprechen Ihre individuellen Ziele und bereiten Sie gezielt auf das Gruppensetting vor.
Verlauf der Gruppentherapie:
- Kombinationsbehandlung (Standard): Sie nehmen an den Gruppensitzungen (100 Minuten) teil. Ergänzend finden in regelmäßigen Abständen Einzelsitzungen (50 Minuten) statt, um individuelle Themen vertieft zu besprechen.
- Ausschließlich Gruppentherapie: Wenn Sie keine Begleitung im Einzelsetting benötigen oder wünschen, nehmen Sie ausschließlich an den Gruppensitzungen teil.
Rahmenbedingungen und Kosten der Gruppentherapie:
Gruppengröße:
Kleine, überschaubare Gruppen mit ca. 3 bis 8 Teilnehmern.
Vertraulichkeit:
Alle Teilnehmer*innen verpflichten sich vorab schriftlich zur absoluten Verschwiegenheit nach außen.
Beihilfe & private Krankenversicherungen:
Die Kosten für eine verhaltenstherapeutische Gruppentherapie werden von den privaten Krankenversicherungen sowie der Beihilfe in der Regel übernommen. Vor Behandlungsbeginn muss hierfür eine Kostenzusage bei Ihrer Versicherung bzw. Beihilfestelle eingeholt werden.
Gesetzlich Versicherte: Da ich eine Privatpraxis führe, ist eine direkte Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) leider nicht möglich. Ggf. ist in Einzelfällen eine Kostenübernahme über das Kostenerstattungsverfahren möglich. Weitere Informationen können Sie bei Ihrer GKV erfragen.
Selbstzahler*innen: Sie haben selbstverständlich jederzeit die Möglichkeit, die Kosten für die Gruppentherapie als Selbstzahler*innen eigenständig zu tragen.
Details zum Ablauf der Kostenübernahme durch Ihre Versicherung oder Beihilfestelle finden Sie auf der Seite Kosten.
Häufige Fragen (FAQ)
Muss ich mich sofort vor allen öffnen?
Nein. Die Verhaltenstherapie beruht auf Transparenz und Freiwilligkeit. Sie entscheiden jederzeit selbst, was und wie viel Sie in der Gruppe teilen möchten. Zu Beginn geht es erst einmal darum, anzukommen und die Gruppe kennenzulernen.
Wie läuft die Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie ab?
In der Kombinationsbehandlung finden die Gruppensitzungen regelmäßig statt, während die Einzelsitzungen dazwischengeschaltet werden. Das Verhältnis zwischen Einzel- und Gruppentherapie ist individuell und kann nach Bedarf angepasst werden. So können wir Themen aus der Gruppe individuell nachbereiten oder akute persönliche Anliegen im Einzelgespräch vertiefen.
Wie groß sind die Gruppen?
Die Gruppen sind mit ca. 3 bis 8 Teilnehmer*innen bewusst klein gehalten. Das fördert eine vertraute Atmosphäre, in der jede*r ausreichend Raum bekommt.
Was passiert, wenn ich an einem Termin krank oder verhindert bin?
Genauso wie in der Einzeltherapie gibt es feste Absprachen für Fehlzeiten. Wenn Sie einmal fehlen, läuft die Gruppe weiter, und Sie steigen beim nächsten Mal wieder ganz normal ein.
Passt die Gruppe auch zu mir, wenn ich sehr schüchtern bin?
Ja, absolut. Gerade bei sozialer Unsicherheit oder Schüchternheit ist die Gruppe ein sehr wirksamer und geschützter Rahmen, um Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Umgang mit anderen zu gewinnen.
Gibt es eine feste Gruppenzusammensetzung oder kommen ständig neue Patient*innen?
Je nach Gruppenmodell handelt es sich um geschlossene Gruppen (alle starten und enden gemeinsam) oder halboffene Gruppen (neue Mitglieder rücken nur nach, wenn ein Platz frei wird). Das sorgt für eine stabile und vertrauensvolle Dynamik.
