
Das Erstgespräch in meiner Praxis
Ablauf, Fragen und was Sie erwartet
Die Entscheidung, sich psychotherapeutische Unterstützung zu suchen, ist oftmals ein längerer Prozess und erfordert auch etwas Mut. Ist dieser erste Schritt jedoch getan, tauchen häufig praktische Fragen auf: Wie läuft so ein erster Termin ab? Was soll ich erzählen? Und was passiert, wenn die Chemie nicht stimmt?
In diesem Beitrag erfahren Sie genau, was Sie bei einem Erstgespräch – auch psychotherapeutische Sprechstunde genannt – in meiner Praxis erwartet und wie Sie sich ganz ohne Druck darauf vorbereiten können.
Wozu dient das Erstgespräch überhaupt?
„Der erste Eindruck zählt.“ – so heißt es zumindest in der Alltagspsychologie. Ein Fünkchen Wahrheit beinhaltet dieser Satz, weswegen das Erstgespräch auch ein sehr wichtiger und oftmals mit Sorge oder Erwartungen versehener Termin ist. Typische Gedanken sind hierbei: „Was soll ich alles erzählen?“, „Werde ich ernst genommen?“, „Hoffentlich kann mir geholfen werden.“ oder „Was mache ich, wenn der / die Psychotherapeut*in mir überhaupt nicht passt.“. All diese Gedanken und Sorgen haben ihre Daseinsberechtigung und sollten im Erstgespräch auch geprüft werden. Es ist wichtig, dass Sie sich ernst genommen fühlen, dass Sie eine Idee bekommen, wie Ihnen geholfen werden kann und dass Sie auch von Ihrer Seite aus prüfen können, ob der / die Psychotherapeut*in Ihnen zusagt. Manchmal gehen diese Aspekte aufgrund der knappen Psychotherapieplätze unter, sind jedoch essentiell für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Das Erstgespräch soll schließlich dazu dienen, dass man diese Orientierung erhält und aber auch ganz einfach formuliert: sich gegenseitig kennenlernt.
Im Mittelpunkt stehen drei wesentliche Punkte:
- Ihr Anliegen verstehen:
Wir sprechen in einem geschützten Rahmen darüber, was Sie aktuell belastet, wie sich die Belastungen entwickelt haben und welche Veränderungen Sie sich wünschen. - Fachliche Einschätzung:
Gemeinsam klären wir, ob Psychotherapie für Ihr Anliegen die passende Unterstützung ist und welche methodischen Ansätze sinnvoll sind. Dazu zählen beispielsweise das passende Therapieverfahren oder auch, ob eine Einzel- oder Gruppentherapie oder eine Kombination aus beidem ratsam sind. - Die „Chemie“ prüfen:
Das wichtigste Element einer wirksamen Therapie ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient*in und Therapeut*in. Das Erstgespräch gibt Ihnen die Möglichkeit zu spüren, ob Sie sich in meiner Praxis gut aufgehoben fühlen und ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis möglich ist.
Wie läuft der Termin ab?
Ein Erstgespräch dauert in der Regel 50 Minuten. Der Ablauf ist gut strukturiert, lässt aber ausreichend Raum für Ihr persönliches Tempo:
Ankommen & Rahmenbedingungen:
Wir beginnen mit einer kurzen Begrüßung und oftmals einem kurzen Formular zur Erstauskunft. Ich erläutere Ihnen organisatorische Details wie die Schweigepflicht, den Ablauf sowie die Abrechnungsmöglichkeiten (über die private Krankenversicherung, Beihilfe oder als Selbstzahler*in).
Ihre Situation schildern und erste Anamnese:
Sie beschreiben, was Sie in die Praxis führt und können dabei selbst bestimmen, wie tief Sie ins Detail gehen möchten. Zu den Themen im Erstgespräch gehören bspw. die Symptomatik, wichtige Lebensveränderungen, familiäre Situation und somatische Anamnese (bspw. körperliche Vorerkrankung, Konsum von Substanzen,…). Wichtig ist auch hier, dass es erst einmal darum geht, einen groben Überblick zu erhalten und nur bei für die Problematik wichtigen Themen etwas gezielter nachzufragen. Niemand muss im ersten Gespräch seine gesamte Lebensgeschichte offenlegen. Zur weiteren Vertiefung und zum Erstellen eines Behandlungsplans ist dann in der Probatorik ausreichend Zeit.
Erste Zielklärung:
Wir besprechen kurz, was Sie verändern möchten: sei es die Bewältigung akuter Belastungen, der Umgang mit Ängsten oder mehr Klarheit in einer Lebenskrise.
Aufklärung:
Sie werden darüber informiert, wie Psychotherapie – in meinem Fall Verhaltenstherapie – Ihnen weiterhelfen kann. Dazu gehören z. B. Methoden, Wirkung und Nebenwirkung, Ablauf und alternative Behandlungsansätze (bspw. Medikation).
Gesprächsabschluss:
Am Ende des Gesprächs ziehen wir ein kurzes Fazit. Sie erhalten eine Einschätzung zum weiteren Vorgehen und können in Ruhe entscheiden, ob Sie Folgetermine vereinbaren möchten.
Folgetermin:
Wenn Sie sich für die Fortführung der Behandlung in meiner Praxis entscheiden sollten, versuchen wir zeitnah einen Folgetermin zu finden. Sie erhalten zudem einige Formulare, Fragebögen und Informationsblätter, die Sie zum nachfolgenden Termin mitbringen können.
Muss ich mich auf das Erstgespräch vorbereiten?
An sich müssen Sie sich nicht vorbereiten. Falls es jedoch Vorbefunde geben sollte, wäre es möglich, diese beim Ersttermin mitzubringen. Es reicht also völlig aus, wenn Sie einfach so kommen, wie Sie sich aktuell fühlen.
Falls es Ihnen hilft, Ordnung in Ihre Gedanken zu bringen, können Sie sich vorab ein paar Stichpunkte aufschreiben:
- Welche Beschwerden haben Sie aktuell?
- Seit wann bestehen Ihre Beschwerden oder die schwierige Situation?
- Gab es bestimmte Auslöser?
- Welche Erwartungen oder Ziele haben Sie an eine Psychotherapie?
- Gibt es medizinische Vorbefunde oder bisherige Behandlungen?
Erstgespräch vereinbaren
Möchten Sie den ersten Schritt gehen? Nutzen Sie einfach das Kontaktformular auf meiner Website oder schreiben Sie mir eine E-Mail, um einen Termin für ein Erstgespräch in meiner Praxis zu vereinbaren. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.
